Anzeiger, 11. April 2011
Dietrich von Bodelschwingh stellt im Antikriegshaus Hilfsarbeit für Tschernobyl vor
VON HENRIK JONAS GÜNTHER
SIEVERSHAUSEN. Nachdem Dietrich von Bodelschwingh vor 20 Jahren in das verstrahlte Gebiet um Tschernobyl gereist war, ließ ihn das Schicksal der Menschen nicht mehr los. Er gründete den Verein Heim-statt Tschernobyl. Diesen stellte er am Freitagabend - kurz vor dem 25. Jahrestag des Reaktorunfalls - 35 Zuhörern im Antikriegshaus vor.
Dabei spielte auch die Reaktorkatastrophe von Fukushima eine Rolle. "Die plötzliche Bekehrung der Bundesregierung in Sachen Atomenergie macht uns Mut", sagte der Pastor.
Aus vielen Reisen nach Tschernobyl weiß er, was auf die Menschen in Japan noch zukommen kann. So berichtete in einer Filmsequenz eine Mutter aus der Nähe von Tschernobyl vom schlimmen Asthma ihres Kindes. Erst in der neuen Siedlung Druhnaja habe der Husten aufgehört, sagte sie: "Hier können wir unsere Kinder spielen lassen."
Der Verein hat bisher 55 Familien die Umsiedlung aus dem verstrahlten Süden in die Siedlungen Drushnaja und Stari-Lepel im Norden Weißrusslands ermöglicht. Helfer sind 30 Deutsche, die jeden Sommer drei Wochen lang mit den Familien Häuser bauen.
Auch die Sievershäuserin Erika Binder hat in den frühen neunziger Jahren in Drushnaja mitgearbeitet. Anneli Fritsche aus Burgdorf hat im vergangenen Jahr bei einer Mutter-Kind-Freizeit in den Siedlungen teilgenommen. Mit dem Borgdorfer Kammerchor probt sie für ein Benefizkonzert am 21. Mai in Ahlten - zugunsten von Heim-statt Tschernobyl.
Anmerkung des Veranstalters:
Bilder zur Veranstaltung finden Sie in unserer Galerie!