Wir freuen uns, in diesem Jahr wieder das Berlin Guitar Ensemble bei uns zu begrüßen. Seit vielen Jahren kommt die Gruppe immer mal wieder zu einem mehrwöchigen  Workshop in der Antikriegswerkstatt zusammen und erfreut uns mit einem Abschlusskonzert, mehrmals in der St. Martinskirche, dieses Jahr wird das Konzert wieder im Antikriegshaus stattfinden.

Das Berlin Guitar Ensemble (BGE) ist eine Gruppe von Gitarristen aus aller Welt, die von Hernan Nunez geleitet wird. Seine Besetzung bewegt sich zwischen 7 und 24 Spielern um ein festes Kernteam. Das Repertoire der Gruppe ist sehr breit aufgestellt und beinhaltet Arrangements von Klassikern aus Filmsoundtracks, außergewöhnliche Eigenkompositionen, anspruchsvolle Rock- und Pop-Standards sowie zeitgenössische klassische Arrangements.

Alle Spieler nutzen das „Guitar Craft Tuning“, welches ein deutlich weiteres Klangspektrum als die Standard-Gitarrenstimmung hat und einen innovativen Gitarrensound ermöglicht. Das Repertoire wird ständig weiterentwickelt und ist für alle musikalischen Stilrichtungen offen. Die Musik bleibt dabei stets einem gemeinsamen konzeptuellen Ansatz treu.

Ein charakteristischer, bedeutender Teil des Repertoires sind teils improvisierte, teils geschriebene Gruppenkompositionen, bei denen eine Note oder ein Akkord von einem Spieler zum anderen weitergegeben wird. Dieser einzigartige Ansatz wird als „Circulation“ bezeichnet.

Das internationale Workcamp in Zusammenarbeit mit ICJA beginnt in diesem Jahr am 29. Juli mit der Anreise der  20 Teilnehmenden aus China, Deutschland, Griechenland, Italien, Japan, Kolumbien, Polen, Russland, Spanien, Südkorea, der Türkei und der Ukraine. An den ersten beiden Tagen werden sie von Krischan Oberle in gewaltfreier Konfliktbearbeitung unterwiesen, anschließend geht es an die Arbeit: Die Figuren des Gartenschachs sind leider dem Wetter, aber auch dem Vandalismus zum Opfer gefallen und sollen erneuert werden. Die Artikel aus der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" werden sich auch auf den neuen Figuren wiederfinden. Dabei liegt die Leitung in den Händen von Florian Krauss und Berndt Waltje. Auch das drumherum sprich: der Garten muss dringend überholt werden, da kommt also einiges auf die freiwilligen Helfer*innen zu. Am Donnerstag der ersten Woche soll es auch einen Familienabend geben, an dem die Teilnehmenden in Sievershäuser Familien zu Gast sein können. Dafür werden auch noch Gastgeber*innen gesucht. Am Anfang der zweiten Woche steht wieder der Besuch der Gedenkstätte Bergen Belsen an. Es besteht wieder die Möglichkeit für Besucher*innen, an dieser Fahrt teilzunehmen. Am Freitag, 9. August um 18:30 laden alle Mitwirkenden des Workcamps zum Abend der Begegnung in die Antikriegswerkstatt ein. 

Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte am 17. Februar im Antikriegshaus

Der irakische Kurde Kamal Chomani (32) ist ein international anerkannter Journalist, Blogger, politischer Kommentator und Analyst. Er arbeitet hauptsächlich über die Situation der kurdischen Minderheiten in Iran, Irak, Syrien und der Türkei. Von 2009-2011 war Chomani Korrespondent von „Reporter ohne Grenzen“ in den irakischen Kurdengebieten. Seit 2010 schreibt er als Kolumnist für „The Kurdistan Tribune“ und andere Publikationen in der Region. FürThe Times of Israel unterhält er einen regelmäßigen Blog.

Kamal Chomani gilt in irakisch Kurdistan schon lange als unbequemer politischer Kommentator. Zwei Entführungsversuchen durch Unbekannte 2011 und 2015 konnte er nur knapp entkommen. Doch endgültig lebensbedrohlich wurde seine Lage, als er sich 2017 öffentlich gegen die Pläne für ein Unabhängigkeitsreferendum der Nord-Irakischen Kurden positionierte. Chomani war einer der Verfasser eines öffentlichen und inzwischen von über 100 Journalisten und Intellektuellen unterzeichneten Briefes, in dem vor der Reaktion der irakischen Zentralregierung und der drohenden Instabilität der gesamten Region gewarnt wurde. Seitdem gilt er als Betrüger und Verräter an der kurdischen Sache. Die kurdische Polizei drohte ihm mit Verhaftung. Aus den Spitzenkadern der Kurdish Democratic Party (KDP) erhielt er Morddrohungen: „Kamal Chomani sollte mit einer Kugel zum Schweigen gebracht werden.” Etliche Monate hat sich der Journalist In seiner Heimat versteckt gehalten.

Europa hat die Wahl – Ermutigung für Wahl-Europäer

Die Wahl zum Europaparlament Ende Mai steht vor der Tür und diesmal geht es um den Fortbestand der Europäischen Union, wie wir sie kennen. Vor diesem Hintergrund diskutieren Ralf Fücks, Geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne, Landesbischof Ralf Meister, Dr. Mehrdad Payandeh, Bezirksvorsitzender der DGB Niedersachsen und Laura Wanner, Stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Europäischen Föderalisten am Montag, 29. April um 18.30 Uhr in der Marktkirche Hannover.

Wie steht es um die Zukunft der EU und der Demokratie in Europa aus? Vor welchen drängenden Aufgaben steht die EU? Welche Rolle kommt hierbei dem Europaparlament zu? Gelingt es ihm nach der Wahl entscheidungsfähig zu bleiben? Gerade angesichts des Brexits und der aktuellen populistischen und autoritär-nationalistischen Tendenzen in einigen europäischen Ländern gibt es hier keine einfachen Antworten. Nach einem Impuls von Ralf Fücks, ehemaligen Vorstand der Heinrich Böll Stiftung und Senator a.D. des Landes Bremen erläutern die Podiumsteilnehmenden, warum die Europawahl aus ihrer Sicht wichtig ist und was ihnen notwendig erscheint, um die Zukunft der Demokratie in Europa zu sichern. Es moderiert Elvin Hülser vom Antikriegshaus Sievershausen, für den der friedensstiftende Aspekt im Zusammenwachsen von Europa eine besondere Bedeutung hat.

Vor dem Hintergrund der verheerenden Kriege, die Europa erlebte, ist die europäische Einigung ein großes Friedensprojekt. Denn nur durch konkrete Zusammenarbeit können alte Feindschaften überwunden werden. Statt eines Rückfalls in alte Egoismen und Vorurteile braucht Europa heute ein solidarisches politisches Handeln im Geist von Frieden und Freiheit, Demokratie und Menschenrechten. Ein überzeugendes Ergebnis für proeuropäische und demokratische Kräfte ist ein starkes Signal für mehr Mut zur gemeinsamen Gestaltung einer friedlichen und demokratischen Zukunft in Europa. Hier liegt auch unsere Verantwortung – als Bürgerinnen und Bürger wie auch als Christinnen und Christen“, so Hülser.

Die Podiumsdiskussion wird gemeinsam vom Antikriegshaus Sievershausen, den Haus kirchlicher Dienste Hannover und der Marktkirchengemeinde St. Georgii et Jacobi Hannover veranstaltet.

27.1.2019., 16 Uhr

Veranstaltung zum Shoa-Tag 27. Januar

Von Niedersachsen nach Auschwitz - Der Genozid an den Sinti und Roma

Der 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee, ist seit mehr als 20 Jahren in Deutschland offizieller Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Antikriegshaus wird aus diesem Anlass am Sonntag, 27. Januar um 16 Uhr an die Ermordung der deutschen Sinti und Roma erinnert.

Im Dezember 1942 ordnete SS-Führer Heinrich Himmler die Deportation der im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz an. In der Folge wurden auch aus Nordwestdeutschland zahlreiche Kinder, Frauen und Männer in das KZ verschleppt und in den Gaskammern ermordet, viele andere starben am den Folgen von Hunger, Zwangsarbeit und Entbehrungen. Das Antikriegshaus will anlässlich des Shoa-Tages der Opfer gedenken, gleichzeitig aber den Blick auf die heutige Lage der Sinti und Roma richten, in einer Zeit, in der rassistische Diskriminierung und Ausgrenzung wieder gesellschaftsfähig gemacht werden sollen.

Bereits Anfang August 194 wurde das so genannte Zigeuner-Familienlager in Auschwitz aufgelöst. Menschen, die als ‚nicht arbeitsfähig‘ eingestuft worden waren, schickte die SS ins Gas, das betraf in hohem Maße Alte und Kinder. Nur etwa 3.000 Männer und Frauen ließ die SS am Leben, sie waren dazu ausersehen, als Zwangsarbeitende ihren Beitrag zum ‚Endsieg‘ zu leisten. Während die Frauen in das KZ Ravensbrück transportiert wurden, ging es für die Jungen und Männer nach Mittelbau Dora im Harz. Wer die Tortur in der unterirdischen Waffenfabrik überlebt hatte, kam im April mit einem der Räumungstransporte nach Bergen Belsen. Somit wurde die Mehrheit der überlebenden Sinti und Roma am 15. April 1945 dort durch die britische Armee befreit.

 Der Friedensort
Antikriegshaus Sievershausen 
ist ein anerkannter Friedensort
der 
Evangelisch-lutherischen
Landeskirche Hannovers