Sievershäuser Ermutigung an das forumZFD
Sievershausen/Köln, 8.12.2014. Im Rahmen einer Feierstunde im Antikriegshaus Sievershausen erhielt das Forum Ziviler Friedensdienst am Sonntag den Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung. Die diesjährige Preisvergabe stand unter dem Motto 'Verantwortung übernehmen – zivile Konfliktbearbeitung stärken'.
Der Vorsitzende des Antikriegshauses, Elvin Hülser, erklärte, mit dem Preis solle der Dreiklang von Ausbildungsmaßnahmen von Friedensfachkräften, der Durchführung von Friedensprojekten weltweit und der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, die das forumZFD aktiv betreibt, gewürdigt und bestärkt werden.
Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Edelgard Bulmahn, gratulierte dem Preisträger in einem vorab übermittelten Grußwort: „Ich freue mich sehr, dass das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. für seine großen Leistungen ausgezeichnet wird.“ Mit dem forumZFD werde ein Verein geehrt, der mit großem Einsatz und Engagement vieler Menschen um gewaltfreie Konfliktlösungen bemüht ist. Das forumZFD erhalte mit dem Sievershäuser Friedenspreis eine hoch verdiente Anerkennung und Wertschätzung.
Hauptredner Andreas Zumach, Journalist am UN-Sitz in Genf, betonte die Wichtigkeit von Krisenprävention und ziviler Konfliktbearbeitung und sprach sich gegen jede Militärlogik aus: Waffenexporte und Militäreinsätze seien „verheerende Politik“ und „restlos gescheitert“, wachsende Verantwortung solle eher im Bereich des Zivilen Friedensdienstes übernommen werden, UN und OSZE müssen gestärkt werden wie auch das zivilgesellschaftliche Engagement von NGOs wie dem forumZFD.
In seiner Dankesrede erklärte der designierte Geschäftsführer des Forum Ziviler Friedensdienst, Oliver Knabe, wie wichtig die Auszeichnung mit dem Sievershäuser Friedenspreis für die Organisation ist: „Mit der Etablierung des Zivilen Friedensdienstes schauen wir auf einige Erfolge zurück. Doch unser Ziel, ein Paradigmenwechsel hin zu einer aktiven, vorrangig zivilen Friedenspolitik, ist längst nicht erreicht. 5 Millionen mehr für den Zivilen Friedensdienst im Jahr 2015 stehen 500 zusätzliche Millionen für den Militärhaushalt gegenüber. Solange dieses Missverhältnis besteht, werden wir uns weiter für eine andere Politik einsetzen, die Friedenslogik statt Sicherheitslogik zu ihrem Leitmotiv macht. Der heutige Preis ist für uns eine große Ermutigung, dieses Engagement zu verstärken.“
Der mit 5.000 Euro dotierte Friedenspreis „Sievershäuser Ermutigung“ wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Antikriegshaus Sievershausen und der Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht vergeben.
Am Sonntag, 7. Dezember um 16 Uhr lädt das Antikriegshaus ein zur Verleihung des Friedenspreises Sievershäuser Ermutigung an das Forum Ziviler Friedensdienst e.V. forumZFD aus Köln. Der vom Antikriegshaus Sievershausen und der Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht ausgeschriebene Preis steht in diesem Jahr unter dem Thema zivile Konfliktbearbeitung stärken. Die Ehrung findet traditionell in zeitlicher Nähe zum internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember statt. Damit will das Antikriegshaus darauf hinweisen, dass Frieden und Menschenrechte untrennbar zusammengehören. Ohne Menschenrechte gibt es keinen dauerhaften Frieden.
Die Arbeit im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung begreifen das Antikriegshaus und das forumZFD als Form der Stärkung der Menschenrechte und des friedlichen Zusammenlebens. Sie sehen darin eine realistische politische Alternative zum militärischen Eingreifen in Krisenregionen, die in Zukunft dringend ausgebaut und von der Bundesregierung auch verstärkt finanziell gefördert werden sollte.
Die Laudatio im Rahmen der Feierstunde wird Andreas Zumach (Foto) halten, Journalist am Sitz der Vereinten Nationen in Genf und renommierter Experte in Fragen der Internationalen Friedenspolitik. 
Grußworte sprechen der Bürgermeister der Stadt Lehrte Klaus Sidortschuk, Oberlandeskirchenrat Rainer Kiefer als Vertreter der ev.-luth. Landeskirche Hannovers und der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf Pastor Ralf Hallbrügge. Verlesen wird ein Grußwort, das die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Edelgard Bulmahn gesandt hat.
Für den musikalischen Rahmen sorgt der Solist der Bielefelder Philharmoniker Remigiusz Matuszewski (Posaune).