(Quelle: https://epaper.haz.de/webreader-v3/index.html#/944470/1)

Bericht im Anzeiger für Lehrte und Sehnde vom Mittwoch, 1. Juni 2022

Friedensarbeit wieder in Präsenz

Antikriegshaus Sievershausen: Hannelore Köhler und Henning Menzel sind neue Vorsitzende

Von Sandra Köhler

Der neue Vorstand des Hauses: Otto Dempwolff (von links), Hannelore Köhler, Armin Brandes, Jürgen Keuneke und Henning Menzel. foto: Privat

Sievershausen. Einfach hat es das Antikriegshaus Sievershausen nicht gehabt in den vergangenen Jahren. Insbesondere auf internationaler Ebene erwies sich die Friedensarbeit wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie als schwierig: Besuchsprogramme, Begegnungscamps, der internationale Freiwilligendienst und der Empfang internationaler Gäste waren dadurch eingeschränkt. Doch nun will sich die Einrichtung Stück für Stück wieder vermehrt an Präsenzveranstaltungen heranwagen, wie die neue Vorsitzende Hannelore Köhler bei der Mitgliederversammlung ankündigte. Stellvertreter ist Henning Menzel, Professor an der TU Braunschweig und seit acht Jahren ehrenamtlich Koordinator der Nagelkreuzarbeit.

Immerhin hatte das internationale Workcamp 2021, wenn auch mit reduzierter Teilnehmerzahl, in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Christlichen Jugendaustausch (ICJA) durchgeführt werden können. Auch die beiden Referenten Elvin Hülser und Maik Bischoff waren in mehr als 60 Vorträgen, Workshops und Seminaren aktiv.

Einen Schwerpunkt bildeten Angebote zu den Themenbereichen Populismus, Verschwörungstheorien und Extremismus. Zudem erstellen sie in Kooperation mit der Initiative „Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus“ eine Arbeitshilfe zu Verschwörungstheorien, die in Schulen und der Jugendarbeit eingesetzt werden soll.

Ferner ist das Antikriegshaus seit September 2021 im Auftrag des Landespräventionsrats Niedersachsen Teil eines Projekts zur „entwicklungsorientierten Radikalisierungsprävention“ und treibt zudem die Aufarbeitung der Geschichte der Opfer der NS-Herrschaft in Lehrte voran.

Nun will die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen – so nennt sich der Trägerverein von Antikriegshaus und Antikriegswerkstatt – wieder mehr Präsenzveranstaltungen organisieren. Bis zum Wochenende war noch die Ausstellung „Uniformen zu Crazy Quilts“ geöffnet, dazu gab es eine Schreibwerkstatt, und im April war die bereits für den Shoah-Tag 2021 geplante Theateraufführung über die wahre Geschichte der Holocaust-Überlebenden Hanna Mandel nachgeholt worden.

Am 12. Juni soll nun endlich die mehrfach verschobene Verleihung der Sievershäuser Ermutigung an das Projekt „Ferien vom Krieg“ erfolgen. Die Laudatio hält die langjährige Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU).

Für die zweite Jahreshälfte sind ein Aktionstag des evangelischen Kirchenkreis-Jugenddienstes zum Thema „Flucht“ sowie ein Geschichtsfrühstück zu „Mythen der Schlacht von Sievershausen“ mit Johann-Christoph Emmelius vorgesehen.

Die Rolle des Krieges gegen die Ukraine im Spannungsfeld zwischen „Wehrhaftigkeit und Gewaltablehnung“ durch die Friedensbewegung ist Thema eines Stiftungsforums der Stiftung „Frieden ist ein Menschenrecht“ am 16. November. Bereits Mitte März wurde ein „Blau-gelber Begegnungsraum“ im Antikriegshaus eingerichtet, in dem unter anderem Deutschunterricht für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer angeboten wird.

 

 

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