Großes Interesse an Kinderschicksalen in Bergen Belsen

 Mehr als 70 Besucher waren am letzten Sonntag in das Antikriegshaus nach Sievershausen gekommen, um sich anlässlich des Shoa-Tages von Diana Gring, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin der Gedenkstätte Bergen Belsen, in einem sehr kenntnisreichen Vortrag über die Schicksale von Menschen informieren zu lassen,  die als Kinder das Konzentrationslager in der Heide erlebt haben. Diana Gring berichtete in ihrem Vortrag von den mehr als hundert lebensgeschichtlichen Interviews, die Menschen geführt hat, die diese Zeit, ob des Gesehenen und Erlebten mehr oder weniger stark traumatisiert, überlebt haben. Neben den bloßen Fakten kam so auch viel Anrührendes aus diesen Begegnungen zur Sprache. Deutlich wurde aber auch, dass die zunehmende Gesellschaftsfähigkeit rechten Gedankengutes und der triumphale Einzug der AFD in deutsche Parlamente bei KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen in aller Welt blankes Entsetzen auslöst.

Zeitgleich mit dem Gedenken an die Befreiung des Lagers durch die britische Armee am 15. April wird an diesem Tag im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte eine von Diana Gring erarbeitete Ausstellung zum Thema Kinderhäftlinge eröffnet.Sie soll hier für etwa ein halbes Jahr gezeigt und von einem abwechslungsreichen Programm begleitet werden, zu dem auch Begegnungen mit Überlebenden gehören werden, die als Kinder im KZ Bergen-Belsen inhaftiert gewesen sind. Anschließend wird die Ausstellung als Wanderausstellung verfügbar sein.